| Lieber Klaus, leider mal wieder keine guten Nachrichten aus dem Niger. Vielleicht willst du den Artikel an deine Leit versenden... Viele Grüße Astrid | ||
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Fünf Jahre nach einer schweren Hungersnot ist in Niger die Bevölkerung wieder auf Hilfe angewiesen. Die Vorratslager sind leer, die Felder liegen brach. Marc Engelhardt, Nairobi Im Sahelland Niger, das vor fünf Jahren eine schwere Hungersnot erlebt hatte, sind laut der Uno erneut gut 8 Millionen Einwohner, knapp 60 Prozent der Bevölkerung, auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Dies gilt vor allem für Kinder. Nach Hilfsorganisationen sind 1,2 Millionen Kinder unterernährt. Die seit Februar regierende Militärjunta hat das Ausland gebeten, Hilfe zu leisten. Doch der Uno und den Hilfsorganisationen fehlen zurzeit noch rund 130 Millionen Franken, um alle geplanten Programme durchzuführen. «Die Lage ist bereits jetzt schlimmer als 2005», sagt der Uno-Sonderbeauftragte für humanitäre Hilfe, John Holmes. In vielen Teilen des Landes sei die Ernte ruiniert. Holmes wies jedoch auch darauf hin, dass die Uno diesmal besser vorbereitet sei. Man werde diesmal auch von der Regierung in Niamey unterstützt. Vor fünf Jahren war dies noch anders. Die Fernsehbilder aus Niger, die damals um die Welt gingen, lösten Entsetzen aus. Kinder mit aufgeblähten Bäuchen sassen reglos zwischen totem Vieh. Kaum jemand half, vor allem deshalb nicht, weil die Regierung des inzwischen gestürzten Präsidenten Tandja immer wieder die Krise in Abrede stellte. Als die Hilfe endlich zugelassen wurde, kam sie oft zu spät. Laut Gianluca Ferrera vom World Food Programme (WFP) hat das Frühwarnsystem der Hilfswerke diesmal funktioniert. «Nach drei schlechten Ernten in Folge und zuletzt ganz ausgebliebenen Regenfällen im vergangenen Jahr sind die Vorratslager leer und liegen die meisten Felder brach. Auf den Märkten sind die Preise für Getreide und Gemüse um mehr als ein Drittel gestiegen. Die Löhne haben sich im gleichen Zeitraum halbiert, weil zu viele Farmarbeiter eine der knappen Arbeitsstellen ergattern wollen. Viehzüchter versuchen zudem, ihre Rinder zu verkaufen, bevor diese verdursten. Die Preise auf den Viehmärkten fallen entsprechend dramatisch. Weil Rinder für die meisten Nigrer die einzige Form von Ersparnis darstellen, sind Zehntausende über Nacht arm geworden.» Laut dem Regionaldirektor des Kinderhilfswerks «Save the Children», Malik Allaouna, ist Kaufkraft ein Kernindikator für Nahrungsmittelsicherheit. Auf vielen Märkten gibt es zwar noch Lebensmittel, etwa aus den Nachbarländern Nigeria und Kamerun. Nur kann sie sich niemand leisten. Allaouna hält deshalb die blosse Verteilung von Hilfsgütern für keine optimale Lösung. «Wir brauchen Aktivitäten, mit denen die Leute Geld verdienen können, das hilft deutlich schneller.» | ||
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